Die Frage nach den Schwächen im Gespräch mit dem Personaler

Vor einem Vorstellungsgespräch bereitet wahrscheinlich diese eine Frage, die größten Kopfschmerzen: „Was sind meine größten Schwächen?“. Ein spontanes Beantworten dieser Frage fällt uns sehr schwer, denn was sind genau unsere Schwächen? Und vor allem, welche kann ich im Vorstellungsgespräch nennen, ohne etwas Falsches zu sagen?

Fakt ist, jeder hat schwache Charaktereigenschaften, heißt zu dieser Frage gibt es auch immer eine Antwort. Im Rahmen eines Vorstellungsgepräches sollte man sich allerdings überlegen wie man diese verpackt und welche positiven Aspekte sich denen gegenüber aufwiegen lassen. Verfallen Sie nicht einem allgemeinen Floskelkatalog. Seien Sie sich sicher, dass es ein erfahrener Personaler direkt merkt, wenn Sie eine allgemeine Klausel benutzen, wie:

  • „Ich bin sehr detailverliebt.“
  • „Ich helfe anderen immer zu viel.“
  • „Ich arbeite so viel, dass ich oft die Konzentration verliere!"


Belegen Sie Ihre Schwäche mit Beispielen. Nennen Sie präzise Situationen, in denen Sie sich schwach vorkamen. Es ist keine Schande Schwächen einzugestehen.

Unser Tipp: Machen Sie eine Stärken-Schwächen-Analyse mit dem DISG-Persönlichkeitstest. Bei diesem im Netz verfügbaren Test werden Ihnen Stärken und Schwächen gegeneinander aufgewogen.

Alternativ notieren Sie, wie Ihre Verhaltensweisen von Außenstehenden gesehen werden. Fragen Sie aktiv nach Feedback und beantworten Sie sich die folgenden Fragen:

  • Was liegt mir bei meiner täglichen Arbeit nicht gut und was geht mir leicht von der Hand?
  • Welche Aufgaben schiebe ich gerne auf?
  • Gibt es Herausforderungen bei der Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen?
  • Was wird mir von meinem Vorgesetzten an Feedback gegeben?


Zeigen Sie Stärke bei der Frage nach den Schwächen

Bleiben Sie im Vorstellungsgespräch authentisch. Benennen Sie ehrlich und direkt Ihre Schwächen. Machen Sie deutlich, dass Sie sich diesen bewusst sind und stetig daran arbeiten. So könnten überzeugende Antworten auf die Frage nach den Schwächen aussehen:

  • Mir fällt es schwer „nein“ zu sagen und meinen Kolleginnen und Kollegen eine Bitte abzuschlagen. Bei Angelegenheiten, die für die Firma wichtig sind, habe ich allerdings immer das betriebswirtschaftliche Ergebnis im Kopf und kann sehr gut meinen Standpunkt vertreten.
  • Das strenge Arbeiten nach Vorgabe fällt mir sehr schwer, da mir sehr häufig Dinge einfallen, wie man Abläufe verbessern kann. Ein reines Abarbeiten blockiert meine Kreativität und lässt nur zufriedenstellende Arbeitsergebnisse zu. Richtig gut wird es, wenn ich freie Hand bekomme.
  • Präsentationen machen mich immer sehr nervös, da ich den Anspruch habe, die Inhalte perfekt zu übermitteln. Um meine Unsicherheit zu verlieren, übe ich vor dem Spiegel und mit einem Testpublikum.


Alles in Relation zur ausgeschriebenen Stelle

Jedes Stellenprofil ist anders. Lesen Sie sich die Anforderungen genau durch und überlegen sich, ob ihr Erfahrungsschatz ausreichend ist um diese Aufgaben zu übernehmen. Formulieren Sie in überzeugender Manier, warum der Job genau der richtige für Sie ist. Für den Entscheider ist es wichtig, dass neben dem Lebenslauf auch Ihre Einstellung stimmt. Machen Sie deutlich, was Sie dem Unternehmen zu bieten haben und legen gerade zum Ende des Gespräches einen besonderen Fokus auf Ihre Stärken. Bleiben Sie in Erinnerung als sympathischer, proaktiver und authentischer Charakter.

  • Nehmen Sie zum Beispiel Arbeitsproben mit und präsentieren diese im Gespräch. An Hand derer können Sie Ihre Arbeitsweise veranschaulichen.
  • Bereiten Sie ein kleines Prozessdiagramm vor und belegen Sie so, dass Sie die Dinge strukturiert angehen.


Zu guter Letzt

In den meisten Vorstellungsgesprächen wird sie kommen, die unangenehme Frage nach den „Schwächen“. Schauen Sie nicht beschämt zur Seite, sondern erklären Sie selbstbewusst mit welchen Macken Ihre Mitmenschen zu leben haben. Das ist sympathisch und menschlich. Erzählen Sie von einer neckischen Situation, in der die Kolleginnen und Kollegen Sie „aufs Korn“ genommen haben, weil Sie eine Formulierung nun zum vierten Mal geändert haben. Bereiten Sie sich so auf das Gespräch vor, dass Ihre genannten Schwächen nie zu einem Ausschlusskriterium für die Stelle werden können.

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