Selbstreflexion: Der Schlüssel zur realistischen Selbsteinschätzung

In Bewerbungsgesprächen, Feedbackrunden und bei der Gehaltsverhandlung führt kein Weg an ihr vorbei: Die Selbsteinschätzung. Und dabei stellen wir immer wieder fest: Das ist leichter gesagt als getan! Dabei schlummert der für eine realistische Selbsteinschätzung benötigte Skill bereits in jedem von uns: Die Fähigkeit zur Selbstreflexion!

Selbstreflexion: Was ist das genau?

Als Selbstreflexion bezeichnet man den Prozess, bei dem ein Mensch über sich selbst nachdenkt und das eigene Handeln und Denken hinterfragt. Man hält sich bei der Selbstreflexion also selbst den Spiegel vor. Gezielt formulierte Fragen helfen, dabei nicht ins Grübeln zu geraten. Sie stellen Leitplanken dar, die den Gedanken bei der Selbstreflexion dabei helfen, auf dem richtigen Pfad zu bleiben und zum Ziel zu führen.

Selbstreflexion im Job: Vorteile im Arbeitsalltag

Durch die Praxis der Selbstreflexion erhalten wir neues Wissen darüber, wer wir sind. Diese neuen Erkenntnisse wirken sich positiv auf das Arbeitsleben und die Karriereplanung aus!

Wer den Soft Skill Selbstreflexion beherrscht und im Arbeitsalltag nutzt, der kann:

  • den Arbeitsumfang und die dafür benötigte Zeit korrekt einschätzen.
  • durch bewusste und zuverlässige Arbeitsweise glänzen.
  • selbstbewusst und gleichzeitig kritikfähig kommunizieren.
  • die Work-Life-Balance auf Basis der eigenen Bedürfnisse optimieren.
  • offen und ehrlich mit den eigenen Wissenslücken umgehen.
  • sich eigeninitiativ mit seinen Stärken und Ideen in Projekte einbringen.
  • dankbar für Fehler sein und aus ihnen lernen.
  • durch ausgeglichene Gemütslage mit Konfliktfähigkeit punkten.
  • weniger impulsiv, dafür aber zielorientiert und analytisch handeln.
  • mit innerer Ruhe den Kollegen hilfsbereit und empathisch zur Seite stehen.
  • motiviert den Arbeitstag starten und zufrieden in den Feierabend gehen.
  • strukturiert auf berufliche Ziele hinarbeiten.
  • Teamfähigkeit und Führungskompetenz verbessern.

Selbstreflexion: Den Skill erlernen und trainieren

Zugegeben: Das liest sich vielversprechend – aber kann man Selbstreflexion lernen? Und wenn ja: wie? Gute Nachricht: Ja, Selbstreflexion kann geübt werden! Dafür gelten lediglich diese beiden Trainingsvoraussetzungen: Ruhe und Regelmäßigkeit!

Selbstreflexion erlernen und üben: Die fünf besten Methoden

1. Achtsamkeit

Konzentrations- und Achtsamkeitsübungen fördern den Zustand innerer Ruhe. Und dies ist die Voraussetzung für das Training der Fähigkeit zur Selbstreflexion: Der Blick muss aufmerksam und konzentriert nach Innen auf das eigene Ich gerichtet werden. Man benötigt dafür aber nicht unbedingt Meditationskurse oder Yoga-Stunden. Wie Sie auch im Job-Alltag kleine Achtsamkeitsoasen einbauen können, erfahren Sie hier.

2. Fragenkatalog

Bei der Selbstreflexion dreht sich im Grunde alles um die große Frage: Wer bin ich? Um sich der Antwort auf diese Frage Stück für Stück zu nähern, sollte man sich zunächst spezifische Fragen zu einem Lebensbereich, zum Beispiel dem Berufsleben, stellen. So könnte ein solcher Fragenkatalog aussehen:

  • Gibt es Arbeitsaufgaben, bei denen ich Freude verspüre? Wenn ja, bei welchen?
  • Bin ich häufig gestresst? Tritt der Stress bei der Arbeit oder Zuhause auf?
  • Bin ich mit meinem Arbeitsvolumen und der Bezahlung zufrieden?
  • Würde ich mehr Arbeit in Kauf nehmen für eine höhere Bezahlung?
  • Welche Atmosphäre nehme ich am Arbeitsplatz wahr?
  • Habe ich Eigenschaften, die meine Kollegen an mir schätzen?
  • Habe ich Wissenslücken? Möchte ich das ändern und Neues dazulernen?
  • Wie reagiere ich auf Veränderungen im Arbeitsablauf oder bei neuen Strukturen?
  • Wie verbringe ich meinen Pausen? Erhole ich mich in meinen Pausen ausreichend?
  • Gibt es Arbeitsbereiche, die mich mehr interessieren als der aktuelle?

Unser Tipp: Halten Sie die Fragen und Antworten stichpunktartig fest und gehen Sie den Fragenkatalog von Zeit zu Zeit erneut durch. Auf einen Blick lassen sich dann bereits vollzogene Veränderungen ablesen oder Verbesserungspotenzial erkennen!

3.Feedbackgespräche

Bei der Selbstreflexion hinterfragen wir uns selbst. Damit wir uns aber auch im Kontext unseres Umfelds realistisch einschätzen können, ist es auch ratsam, mal Andere zu fragen! Fragen Sie im Freundes- oder Familienkreis nach einem Feedback, beispielsweise zu als typisch empfundenen Charaktereigenschaften. In einem zweiten Schritt heißt es dann aber auch wieder: Das Feedback der anderen selbst reflektieren! Zu wissen, wie andere Sie und Ihr Handeln wahrnehmen, kann eine gute Grundlage dafür bilden, sich selbst realistisch einschätzen zu können oder, sofern von Ihnen gewünscht, Veränderungen anzugehen.

4. Spazieren

Ganz wichtig bei der Selbstreflexion: Nachdenken, aber nicht grübeln! Um auf neue Gedanken zu kommen, empfiehlt sich ein Spaziergang durch den Wald. Dank der frischen Luft, die von den Pflanzen beim sogenannten „Wald-Baden“ gereinigt wird, sind Körper und Geist in der besten Verfassung zum Nachdenken. Aufgrund dieser positiven Auswirkungen wird in Japan der Waldspaziergang sogar vom Hausarzt per Rezept angeordnet! Man läuft beim Spazieren auch weniger Gefahr, sich von anderen Tätigkeiten ablenken zu lassen. Die Zeit, die dabei zur Selbstreflexion genutzt wird, bringt im Anschluss auch sicher noch mehr in Gang als nur die Füße!

5. Bullet Journal

Ein Bullet Journal kombiniert individuelle Zeitplanung, Brainstorming und To-Do-Liste in einem einzigen Notizbuch. Das Bullet Journal bietet also den perfekten Platz, um Fragen und Antworten zur Selbstreflexion festzuhalten. Da die Gedanken und Überlegungen zur Selbstreflexion an einem Ort – im Bullet Journal – vermerkt sind, lassen sich Muster erkennen. Das kann dabei helfen, alte Gewohnheiten abzulegen und neue zu etablieren. Wie ein solches Bullet Journal funktioniert, erfahren Sie hier.

Selbstreflexion: Der Schlüssel zu einem erfüllten (Arbeits-)Leben!

Höher – Besser – Schneller – Weiter… Stopp! Wer beruflich vorankommen will, der sollte sich nicht auf ein Rennen vorbereiten, sondern: Innehalten. Dabei tritt man aber nicht auf der Stelle, sondern nur mal zur Seite, um den eigenen Standpunkt beobachten zu können. Das Leben und die Weiterentwicklung im Job sind kein Sprint, sondern ein Marathon: Gefragt sind also Ausdauer, mentale Stärke, ein langer Atem und der optimale Einsatz der eigenen Kräfte. Dafür bildet die Fähigkeit zur Selbstreflexion die perfekte Basis – und hält damit den Schlüssel zu einem erfüllten Privat- und Arbeitsleben für Sie bereit!