Der Begriff „Arbeit 4.0“ hat aktuell eine hohe Medienpräsenz. Das verwundert nicht, denn der Arbeitsmarkt ist im Wandel und Digitalisierungsprozesse bestimmen den Arbeitsalltag wie nie zuvor. Erfahren Sie, was genau „Arbeit 4.0“ bedeutet und welche Chancen und Herausforderungen damit einhergehen.

Arbeit 4.0 – die Digitalisierung der Arbeitswelt

Die Digitalisierung spielt in der Arbeitswelt bereits seit Jahren eine große Rolle, immer mehr Arbeitsprozesse werden heute digital unterstützt. Laut einer Studie der OECD arbeiten nur noch 8% der Arbeitnehmer ohne Computer. Nicht nur in den IT-Berufen ist technisches Know-How gefragt, auch Handwerker oder Kaufleute sind immer stärker mit Digitalisierungsprozessen jenseits der Office-Programme konfrontiert. Diese Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen.

Dieser digitale Wandel der Arbeitswelt wird als „Arbeit 4.0“ bezeichnet. Die Zahl „4“ steht dabei für den vierten großen Meilenstein in der Geschichte des modernen Arbeitsmarktes:

  • „Arbeit 1.0“ bezieht sich auf das Ende des 18. Jahrhunderts und markiert den Beginn der Industriegesellschaft.
  • „Arbeit 2.0“ steht für die Einführung der Massenproduktion. In diese Zeit fallen auch die ersten Schritte zur Etablierung eines Wohlfahrtsstaats.
  • „Arbeit 3.0“ kennzeichnet die Entwicklung hin zum Sozialstaat und zur sozialen Marktwirtschaft.
  • „Arbeit 4.0“ ist der Prozess des digitalen Wandels. Diese Entwicklung ist nicht abgeschlossen – wir alle erfahren sie täglich!

Der Arbeitsmarkt 4.0 als gesellschaftliche und politische Herausforderung

Wie umfassend und bedeutend der digitale Wandel der Arbeitswelt ist, zeigt die starke Bedeutung, die ihm in der Politik beigemessen wird. 2016 stellte die damalige Arbeitsministerin Andrea Nahles ein sog. Grünbuch mit Richtlinien und Vorschlägen zu dieser Thematik vor. Das Buch ist das Ergebnis eines Dialogprozesses des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales mit dem Titel „Arbeiten 4.0“. Dabei geht es nicht nur um den technischen Wandel zukünftiger Arbeitsmodelle, sondern auch um arbeitsrechtliche und soziale Aspekte: Welche Herausforderungen kommen auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu und wie werden faire Arbeitsbedingungen in Zukunft erreicht? „Arbeit 4.0“ ist also nicht nur eine technische, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Dies schließt beispielsweise auch die Inklusion von Menschen mit Behinderung und den Abbau von Barrieren im Berufsleben ein.

Arbeit 4.0 – mehr als technischer Fortschritt

Arbeit 4.0 steht aber nicht nur für technische Aspekte der fortschreitenden Digitalisierung. Mit der Arbeitsweise ändern sich auch die Arbeitsbedingungen. Unter diesem Schlagwort werden daher auch viele andere Aspekte thematisiert, die in der modernen Arbeitswelt neue Fragen aufwerfen:

Wandel der Arbeitsverhältnisse

Die Festanstellung in einem Betrieb bis zur Rente ist heute nicht mehr der Normalfall. Welche Modelle setzen sich durch? Wie werden Arbeitnehmerrechte garantiert und wie kann trotz der neuen Anforderungen eine sichere Lebensplanung möglich gemacht werden?

Demografischer Wandel

Das durchschnittliche Alter der Bevölkerung steigt stetig. Gleichzeitig ist die Geburtenrate auf einem dauerhaft niedrigen Niveau. Welche Herausforderungen bringt der demografische Wandel mit sich? Durch welche Maßnahmen können junge Familien ausreichend unterstützt werden?

Globalisierung

Die verschiedenen Wirtschaftsräume sind immer stärker miteinander vernetzt. Arbeit wird längst nicht mehr national gedacht. Wie können die Chancen der Globalisierung am besten genutzt werden?

Trend zur Wissensgesellschaft

Im Produktionsbereich werden viele Arbeitsschritte nach und nach durch moderne technische Verfahren automatisiert. Arbeitsplätze verlagern sich so in den Dienstleistungsbereich und der Bedarf an Facharbeitern steigt stetig. Was bedeutet das für unser Aus- und Fortbildungssystem?

Der Arbeitsmarkt 4.0 – Chancen und Herausforderungen

Der Wandel des Arbeitsmarktes bringt viele Chancen, aber auch große Herausforderungen mit sich. Es müssen Konzepte geschaffen werden, die Flexibilität auf der einen und Sicherheit auf der anderen Seite garantieren. Damit ist „Arbeit 4.0“ auch immer eine soziale und politische Herausforderung. Die fortschreitende Digitalisierung verändert nicht zuletzt auch das Bildungssystem: Immer mehr Berufe erfordern eine akademische Ausbildung. Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sind nicht mehr nur Teil der Ausbildung, sondern für die Dauer des gesamten Berufslebens unabdingbar.

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