Bewerbungsvideo

 

Videobewerbung: Hype oder sinnvolles Recruiting-Instrument?

Während herkömmliche Bewerbungen bestenfalls mit unterschiedlichen Farbdesigns aus der Masse hervorstechen, kann eine Videobewerbung ein probates Mittel sein, um aufzufallen. Wir fassen zusammen, für wen sich ein Bewerbungsvideo eignet, wie es gelingt und worauf lieber verzichtet werden sollte.

Bewerbungsvideo – ja oder nein?

Auch, wenn die Option eines Bewerbungsvideos nicht obligatorisch ist, ist es in jedem Fall eine Überlegung wert, ein entsprechendes Video zu drehen. Natürlich immer nur dann, wenn es zur ausgeschriebenen Position passt. Wer sich im Bereich Rechnungswesen in einer konservativen Branche bewirbt, greift vielleicht besser zur traditionellen, schriftlichen Bewerbungsform. Wer hingegen in einem Job mit öffentlicher Präsenz, häufigem Kundenkontakt oder Kreativität Fuß fassen will, ist mit einem Bewerbungsvideo gut beraten. Aura, Ausdrucksweise und Stimme geben Personalverantwortlichen einen guten ersten Eindruck der Bewerberin oder des Bewerbers. Wer hier mit Authentizität punktet, kann sich einen deutlichen Vorteil gegenüber Bewerbenden verschaffen, die sich für die schriftliche Variante entschieden haben. Achten Sie darauf, dass Bewerbungsvideos nicht explizit ausgeschlossen werden. Andernfalls besteht das Risiko, dass Ihre Bewerbung durch das Raster fällt und keine Berücksichtigung findet.

Sie haben sich für die Produktion eines Bewerbungsvideos entschieden? Wunderbar! Als Nächstes empfiehlt es sich, ein Konzept zu erstellen. Mit diesen Tipps sind Sie auf dem richtigen Weg!

Tipps für das Bewerbungsvideo

  1. Drehbuch
    Teil des Drehbuchs ist nicht nur das Storyboard, das festlegt, wie Sie sich vorstellen, sondern auch, was Sie erzählen. In Ihrem persönlichen Drehbuch sollten Sie Ihre gesprochenen Texte festhalten. Filtern Sie relevante von nicht relevanten Inhalten, sodass die Personalverantwortlichen ausschließlich die wichtigsten Informationen über Sie und Ihre Motivation erfahren. Achten Sie darauf, dass der gesprochene Text nicht auswendig gelernt klingt und stattdessen durch einen natürlichen Sprachfluss überzeugt.

  2. Location
    Hier liegt wohl das größte Risiko eines Fauxpas. Auch, wenn Sie als Bewerberin oder Bewerber im Mittelpunkt des Videos stehen, werden Personalverantwortliche sehr genau darauf achten, in welchem Umfeld Sie sich befinden. Der Drehort sollte möglichst dezent gehalten sein. Eine saubere Wand mit vereinzelten Bildern oder einer Pflanze reicht aus. Bestenfalls wählen Sie die Einstellung Ihrer Kamera oder Ihres Smartphones so, dass Sie eine Schärfentiefe einstellen.

  3. Outfit
    Ob Sie persönlich oder digital vorstellig werden, sollte sich keinesfalls auf die Kleidung auswirken. In beiden Fällen sollten Sie sich dem Unternehmen entsprechend kleiden. Bewerben Sie sich bei einem jungen Start-up, einer Marketing-Agentur oder ähnlichen Unternehmen, die eine nach außen vergleichsweise lockere Unternehmenskultur pflegen, reicht ein legeres Business-Outfit. Bewerben Sie sich für ein namhaftes, eher konservatives Unternehmen, sollten Sie Bluse, Blazer oder Jackett tragen.

  4. Mimik, Gestik und Sprache
    Bevor es vor die Kamera geht, sollten Sie Ihren Drehbuchtext vor dem Spiegel üben. Sich selbst im Spiegel zu beobachten ist für viele fast unerträglich, hilft bei der Vorbereitung für ein souveränes Auftreten vor der Kamera aber ungemein. Achten Sie darauf, Gesten gezielt und nicht übermäßig einzusetzen und den Blickkontakt zu halten. Natürlichkeit und Lockerheit sind Ihnen gute Berater. Dazu zählt auch die richtige Körperhaltung. Denn diese wirkt sich nicht nur auf Ihre Souveränität, sondern auch auf Ihre Stimme aus. Häufig neigen Jobsuchende in Bewerbungssituationen dazu, undeutlich und schnell zu sprechen. Achten Sie auf Sprechpausen und das richtige Sprechtempo. Das ist meist genau dann perfekt, wenn Sie das Gefühl haben, langsam zu sprechen.

  5. Technik
    Wer über eine Spiegelreflex- oder Systemkamera mit Videofunktion verfügt, ist gut beraten. Aber auch Smartphone-Kameras ermöglichen Bilder und Aufnahmen in HD-Qualität – für ein Bewerbungsvideo in jedem Fall ausreichend. Bitte vermeiden Sie eine Videoaufnahme im Selfie-Modus: Dies wirkt nur wenig professionell. Setzen Sie stattdessen auf eine absolut ruhige Kameraführung, wie sie mit einem Stativ möglich ist. Weniger Probleme bereitet die Tonqualität, die in den Smartphones und Digitalkameras verbauten Mikrofone erfüllen ihren Zweck. Sind die Aufnahmen „im Kasten“, gilt es, das richtige Videoformat zu wählen (z. B. mp4, .mpg). Viele Unternehmen geben an, welche Videoformate übermittelt werden können. Alternativ – und um auf Nummer sicher zu gehen – können Sie Ihr Video auch in zwei verschiedenen Formaten versenden.

  6. Dateigröße
    Aber Achtung: Entscheiden Sie sich für letzteres, darf die maximal zulässige Größe beim Empfang/Versand einer E-Mail nicht überschritten werden.

 

Vorteile einer Videobewerbung

Das Sichten und Auswerten von häufig ausführlichen Bewerbungen kostet Zeit und verlangsamt den Auswahlprozess. Eine Bewerbung via Video ist für viele Personalverantwortliche eine wahrscheinlich willkommene Abwechslung, die einen präziseren Auswahlprozess ermöglicht. Der erste persönliche Eindruck wird nicht erst im Vorstellungsgespräch gewonnen. Auch Ihre Soft-Skills können Sie im Video hervorragend präsentieren und – im Vergleich zur schriftlichen Bewerbung – direkt unter Beweis stellen. Papier ist schließlich geduldig.

Nachteile einer Videobewerbung

Die Videobewerbung ersetzt nicht die schriftlichen Bewerbungsunterlagen. Ihre Vita, (Abschluss-)Zeugnisse oder Empfehlungen sollten Teil Ihrer vollständigen Bewerbung sein. Verzichten Sie deshalb darauf, Ihre Vita vorzutragen. Personaler sind vielmehr daran interessiert, warum Sie Teil des Unternehmens werden möchten und welche berufsrelevanten Charaktereigenschaften Sie mitbringen. Introvertierte oder kamerascheue Menschen rücken sich mit einem Bewerbungsvideo nur selten ins richtige Licht. Das Unwohlsein wird meist durch Unsicherheit und Nervosität deutlich. Daher sollten Bewerberinnen und Bewerber, die sich ähnlich fühlen, eine schriftliche Bewerbung bevorzugen, um eine reelle Chance auf die ausgeschriebene Position zu haben.

Inhalte einer Videobewerbung

Die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für eine Videobewerbung haben wir nun abgesteckt. Jetzt zählen die Inhalte. Welche das genau sind, unterscheidet sich von Anforderungsprofil zu Anforderungsprofil. Einige allgemeingültige Stichpunkte für die Inhalte eines Bewerbungsvideos haben wir aber für Sie zusammengefasst:

  • Nennen Sie kurze Informationen zur Person wie z. B. Ihren Namen und den derzeitigen Beruf oder Abschluss.
  • Überlegen Sie sich die Gründe für Ihre Motivation: Warum soll es genau diese Stelle in diesem Unternehmen sein?
  • Wie profitiert das Team von Ihren Stärken oder Berufserfahrungen und was sind Ihre fachlichen Skills?
  • Wie profitiert das Team von Ihnen als Mensch (Zwischenmenschlichkeit)? Sind Sie motiviert, ein besonders positiv eingestellter Mensch oder sehr hilfsbereit?
  • Ein kleiner Einblick in Ihr Privatleben schadet nicht: Hobbies und Interessen im Bewerbungsvideo dürfen gerne genannt werden.
  • Zum Schluss können Sie – wenn explizit in der Stellenausschreibung gefordert – Ihren Gehaltswunsch nennen und auf eine Einladung zum persönlichen Vorstellungsgespräch eingehen.

 

Fazit

Eine Videobewerbung eignet sich weniger in Berufen, in denen Seriosität statt Kreativität gefragt ist. Für Bewerberinnen und Bewerber liegt in Videobewerbungen eine große Chance: Im Gegensatz zum ersten Vorstellungsgespräch können sich diese bestens für ein Bewerbungsvideo vorbereiten. Wer sich zusätzlich an die wichtigsten Tipps zur Erstellung dieser Art von Bewerbung hält, verschafft sich einen Wettbewerbsvorteil. Also nur Mut!     

 

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